Kantone AG/LU: neuer Windpark

Gegen ein grundsätzliches Verbot von Windrädern

Die geplante Windkraftanlage Lindenberg, die auch ein Windrad in Hitzkirch vorsieht, wird mit einer Gemeindeinitiative bekämpft. Die IG Aufwind wehrt sich nun gegen diese Initiative.

Von Daniel Schwab

Mit Annahme der Energiestrategie 2050 hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung 2017 für die Förderung von erneuerbaren Energien ausgesprochen. Ein Ort, der sich gut zur Nutzung von Windenergie eignen würde, ist die Region um den Lindenberg bei Hitzkirch. Die kantonalen Wirtschaftsverbände aee luzern und aee aargau unterstützen deshalb zusammen mit der nationalen Dachorganisation aee suisse die Realisierung des Windparks Lindenberg. Das Projekt beinhaltet fünf Windräder, eines davon auf Hitzkircher Gemeindegebiet, die übrigen in Aargauer Nachbargemeinden. Der Windpark Lindenberg würde rund 33 GWh Strom liefern, was einem Jahresenergieverbrauch von rund 7300 Haushalten entspricht. Für NELU-Präsident Raymond Studer besteht noch viel Handlungsbedarf, was die Nutzung der Windenergie angeht: «In der Schweiz werden heute erst 0,3 Prozent des gesamten Strombedarfs durch die saubere und effiziente Windenergie gedeckt.» Auch der Kanton Luzern könne hier einiges dazu beitragen.

Abstimmung am 29. November
In Hitzkirch freuen sich nicht alle über die geplante Windkraftanlage. Die Gegner dieser Anlage lancierten deshalb die Gemeindeinitiative «Verbot von Windkraftanlagen im Grundbuchperimeter Müswangen, Hämikon und Sulz zum Schutz des Naherholungsgebietes Lindenberg», über welche die Hitzkircher Stimmbevölkerung am 29. November 2020 abstimmt. Auch die Gegner der Initiative haben sich formiert. Im Mai entstand die IG Aufwind, die sich für eine «ökologische, enkelgerechte Zukunft» in der Gemeinde Hitzkirch einsetzt und das geplante Windrad auf der Müswanger Allmend unterstützt. In der IG Aufwind engagiert sich auch Landwirt Herbert Birrer aus Müswangen. Was ihn an der Gemeindeinitiative am meisten stört: «Sie bezieht sich nicht auf eine konkrete Projektplanung, sondern versucht ein allgemeines gebietsbezogenes Verbot für Windenergieanlagen zu erwirken. Das müssen wir unbedingt verhindern.»

Gemeinderat lehnt Initiative ab
Am vergangenen Freitag trafen sich die Mitglieder der IG Aufwind mit Vertretern von «Neue Energie Luzern» und «Neue Energie Aargau» im aargauischen Beinwil, um die geplanten Standorte der Windräder zu besichtigen. Übrigens: Der Gemeinderat von Hitzkirch empfiehlt die Ablehnung der Initiative. In einer Mitteilung schreibt er, dass eine sachliche Prüfung bezüglich Standorteignung erst dann erfolgen könne, wenn konkrete Projektunterlagen inklusive Umweltverträglichkeitsbericht vorliegen.

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